Solitär, Patience, Klondike: drei Namen für ein Spiel
Wer in Deutschland „Solitär“ sagt, meint fast immer dieses Spiel. Sein eigentlicher Name ist Klondike, und viele kennen es noch als Patience, so wie man früher am Küchentisch eine Patience gelegt hat. Patience ist der Oberbegriff für alle Kartenspiele, die man allein spielt, das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet Geduld. Klondike ist die bekannteste Patience überhaupt, so bekannt, dass ihr Name für viele mit dem ganzen Genre verschmolzen ist.
Nicht zu verwechseln mit dem Brettspiel Solitär, bei dem man auf einem Brett mit Kugeln über andere Kugeln springt, bis nur noch eine übrig ist. Hier geht es um das Kartenspiel.
So wird ausgeteilt
Gespielt wird mit 52 Karten. Auf dem Spielfeld liegen sieben Spalten: In die erste kommt eine Karte, in die zweite zwei, und so weiter bis zur siebten mit sieben Karten. Nur die oberste Karte jeder Spalte liegt offen. Die übrigen 24 Karten bilden verdeckt den Talon. Was du von dort ziehst, landet offen auf dem Ablagestapel. Dazu kommen vier leere Plätze für die Zielstapel.
Ziel ist es, alle Karten nach Farben getrennt vom Ass bis zum König auf die Zielstapel zu bringen: Pik, Herz, Karo und Kreuz.
Die Solitär-Regeln in einer Minute
Mehr brauchst du nicht zu wissen:
- In den Spalten baust du absteigend und abwechselnd rot und schwarz: Auf die Pik 8 passt eine Herz 7 oder eine Karo 7.
- Du kannst einzelne Karten oder offene Folgen verschieben, auch nur einen Teil einer Folge, etwa die rote 6 mit der schwarzen 5 darauf.
- Wird eine verdeckte Karte frei, wird sie umgedreht.
- In eine leere Spalte darf nur ein König, gern mit der Folge, die an ihm hängt.
- Auf die Zielstapel kommen die Karten einzeln und nach Farbe: Ass, 2, 3 und so weiter bis zum König.
- Vom Talon ziehst du Karten auf den Ablagestapel. Spielbar ist dort nur die oberste Karte.
- Ist der Talon leer, drehst du den Ablagestapel um und ziehst von vorn. Hier geht das beliebig oft.
- Eine Karte darf auch vom Zielstapel zurück ins Spielfeld, wenn du sie dort als Unterlage brauchst.
Eine Karte oder drei Karten ziehen?
Beim Ziehen mit einer Karte wandert jeweils eine Karte vom Talon auf den Ablagestapel. Du kommst in jedem Durchgang an jede Karte heran. Das ist die entspanntere Variante, und mit ihr gehen die meisten Spiele auf.
Beim Ziehen mit drei Karten kommen drei auf einmal, aber nur die oberste ist spielbar. Die beiden darunter erreichst du erst, wenn du die obere weggespielt hast. Welche Karten im nächsten Durchgang oben liegen, hängt davon ab, was du vorher vom Ablagestapel genommen hast. Das ist deutlich kniffliger, und für viele ist es das echte Solitär aus Windows-Zeiten, denn dort war diese Variante voreingestellt.
Bei uns sind die Durchgänge durch den Talon in beiden Varianten unbegrenzt.
Zeit und Züge statt Punkte
Eine Punktewertung wie bei Windows mit Standard- oder Vegas-Zählung gibt es hier nicht. Gemessen wird, was sich ehrlich vergleichen lässt: die Zeit und die Anzahl der Züge. Jeder Zug zählt, auch das Ziehen vom Talon und das Umdrehen des Ablagestapels.
Deine Statistik zeigt gespielte und gewonnene Spiele, Gewinnquote, Serien, Bestzeit und die wenigsten Züge. Startest du mitten in einer Partie ein neues Spiel, zählt die alte als verloren. Wer ohne Uhr spielen will, blendet Zeit und Züge in den Einstellungen aus.
Zehn Tipps, mit denen du öfter gewinnst
Glück gehört dazu, aber gute Entscheidungen machen den Unterschied.
- Zuerst die langen Spalten. Die meisten verdeckten Karten stecken anfangs in den Spalten sechs und sieben. Ein Zug, der dort eine Karte umdreht, ist fast immer mehr wert als eine neue Karte vom Talon.
- Erst das Spielfeld, dann der Talon. Prüf vor jedem Ziehen, ob es noch einen Zug gibt, der etwas freilegt. Der Talon läuft dir nicht weg.
- Nicht alles sofort auf die Zielstapel. Asse und Zweien gehören sofort hoch. Bei höheren Karten lohnt ein zweiter Blick: Eine schwarze 6 auf dem Zielstapel fehlt dir vielleicht gleich als Unterlage für eine rote 5. Die automatische Ablage hier schickt deshalb nur Karten hoch, die garantiert nicht mehr gebraucht werden.
- Spalten nur mit Plan leer räumen. In eine leere Spalte passt nur ein König. Räum sie deshalb nicht leer, nur weil es geht, sondern wenn ein König bereitsteht, unter dem noch verdeckte Karten liegen.
- Den richtigen König wählen. Wartet eine rote Dame auf einen Platz, gehört ein schwarzer König in die leere Spalte, nicht ein roter.
- Von zwei passenden Karten die nützlichere nehmen. Passen zwei rote Achten auf deine schwarze Neun, nimm die, deren Umzug eine verdeckte Karte freilegt oder eine Spalte leert.
- Folgen teilen. Oft reicht es, die letzten zwei Karten einer Folge umzusetzen, damit genau die Karte frei wird, die auf einen Zielstapel will.
- Zielstapel gleichmäßig füllen. Läuft eine Farbe weit voraus, fehlen dir im Spielfeld die Anlegestellen für die anderen.
- Beim Ziehen mit drei Karten mitdenken. Nimmst du eine Karte vom Ablagestapel, verschieben sich im nächsten Durchgang die Dreiergruppen. So kommst du an Karten, die vorher unerreichbar waren.
- Rückgängig ist kein Schummeln. Probier einen Weg aus und nimm ihn zurück, wenn er nichts bringt. Eine Partie, die dich geärgert hat, spielst du über die Spielnummer einfach noch einmal.
Wie oft geht Solitär auf?
Nicht jedes Spiel lässt sich gewinnen. Computeranalysen kommen zu dem Ergebnis, dass mit unbegrenzten Durchgängen gut acht von zehn Verteilungen lösbar sind, allerdings nur, wenn man alle verdeckten Karten kennt. Am echten Tisch weißt du nicht, was darunter liegt, deshalb gewinnt auch ein guter Spieler deutlich seltener. Mit drei Karten sinkt die Quote in der Praxis noch einmal spürbar.
Wenn du sichergehen willst: Die Klondike-Spiele der täglichen Herausforderung werden vorab von einem Lösungsprogramm geprüft. Dort gibt es keine unlösbaren Karten, nur deine eigenen Züge.
Woher Solitär kommt
Patiencen sind älter, als viele denken. Die älteste bekannte Beschreibung stammt aus einem deutschen Spielebuch vom Ende des 18. Jahrhunderts, damals noch als Spiel für zwei. Im 19. Jahrhundert wurde das Patiencelegen zum beliebten Zeitvertreib.
Der Name Klondike erinnert an den Goldrausch am Klondike im kanadischen Yukon Ende des 19. Jahrhunderts. Weltberühmt wurde das Spiel 1990, als Microsoft es Windows 3.0 beilegte, auch damit die Leute ganz nebenbei den Umgang mit der Maus lernten. Seitdem gehört Solitär zum Büro-PC wie die Kaffeetasse zum Schreibtisch.
Was dich hier erwartet
Velvet Solitaire läuft im Browser auf Handy, Tablet und Computer. Dabei sind:
- Karten mit Maus oder Finger verschieben oder einfach antippen: Die Karte springt auf den besten erlaubten Platz.
- Unbegrenztes Rückgängig und Tipps, wenn du festhängst.
- Automatische Ablage sicherer Karten auf die Zielstapel, abschaltbar.
- Automatisches Abschließen per Fingertipp oder Klick, sobald das Spiel entschieden ist.
- Jedes Spiel mit Nummer: noch einmal spielen oder per Link teilen.
- Statistik und Einstellungen, gespeichert in deinem Browser.
- Mehrere Tischfarben und Kartenrücken, helle oder dunkle Oberfläche, auf Wunsch Karten in Großdruck.
- Tastenkürzel am Computer.